AStA der Bergischen Universität Wuppertal

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Keine Bühne für Homophobie! PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 24. November 2009
Am 25. und 28. November soll erneut der homophobe Reggae-Musiker Sizzla im Wuppertaler U-Club auftreten. Der AStA der Bergischen Universität Wuppertal und das Autonome Schwulenreferat (Link ) ruft dazu auf, sich aktiv an den geplanten Aktionen gegen das Konzert zu beteiligen (Treffpunkt am Samstag um 19 Uhr am Robert-Daum-Platz), unterstüzt die durch das Studierendenparlament beschlossene Resolution (Link) und ruft die Veranstalter_innen des U-Clubs auf das Konzert abzusagen. In großen Teilen der Reggae- und Dancehall-Szene geht man über die persönliche Ablehnung der Homosexualität hinaus. Homosexuellen wird die Existenzberechtigung abgesprochen und offen zu Gewalt und Mord aufgerufen. In vielen Songtexten werden Schwule und Lesben nicht nur „verbrannt“, sondern auch „erschossen", „zertreten“oder „mit Säure übergossen“. In anderen Texten wird die menschenverachtende Ablehnung von Homosexuellen noch durch die Ablehnung aller Menschen, die sich ausserhalb einer ideologisch vorgegebenen Sexualität und Geschlechterrolle bewegen, ergänzt. So fallen unter die Kategorie „Pervers“ im allgemeinen alle Sexualpraktiken, die aus einer männerfixierten Sexualpraktik ausbrechen.

Besonders auffällig bietet der Wuppertaler U-Club immer wieder homophoben Musikern ein Forum zur Verbreitung ihrer Hasspredigten. Von elf international bekannten und auftretenden Reggaekünstler_innen, wie z.B. T.O.K und Capleton, die für ihre Mordaufrufe bekannt sind, traten in den letzten Jahren mindestens acht im U-Club auf. Mehrfach war das Konzert in Wuppertal das einzige Konzert der Künstler_innen in Deutschland, nachdem in anderen Städten die Veranstalter_innen nach Protesten Konzerte abgesagt hatten.

In Hamburg wurde das aktuelle Konzert von Sizzla bereits abgesagt.[1] Auch die Stadt München ist aktiv geworden, droht mit dem Verbot des geplanten Konzerts und bittet das auswärtige Amt die Einreise des Künstlers zu unterbinden.[2]

Erschreckend ist, dass viele Menschen, Vereine, Jugendverbände und Parteien die Absage des Konzertes fordern und stattdessen ein zusätzliches Konzert am 25. November im U-Club stattfindet.

Sizzla ist seit längerem bekannt dafür, dass er in seinen Texten zu Mord an Homosexuellen aufruft: „Lesbians and queers, I say death to them“, „Verbrennt die Männer, welche andere Männer von hinten reiten. Erschießt Perverse, meine große Pistole macht „bumm“.“ Homophobie ist in Jamaika allgegenwärtig und nicht nur ein Problem in der Musikszene. Zur Wehr setzen ist praktisch unmöglich, da Homosexualität unter Männern verboten und mit Haft bestraft wird. Erst im April 2007 unterzeichnete Sizzla, auf den öffentlichen Druck und die „Stop the Murder Music“-Kampagne [3] hin, die Selbstverpflichtung des „Reggae Compassionate Act“. In dem legte er sich auf Nächstenliebe, Respekt gegenüber Andersdenkenden und Verständnis aller Menschen als Grundlage für seine Arbeit fest. In Jamaika bestreitet er jedoch den „Reggae Compassionate Act“ unterschrieben zu haben und behält weiterhin schwulenfeindliche Titel im Repertoire. Zudem hat Sizzla 2007 einen neuen Song gegen den "Reggae Compassionate Act" mit Mordaufrufen gegen Schwule veröffentlicht: „Ein Rastamann entschuldigt sich nicht bei Schwuchteln, wenn ihr schwarze Menschen disst, werde ich auf euch mit meiner Waffe schießen“ (aus Nah Apologize). Auf dem Summer Jam im Juli 2007 in Köln umging Sizzla das Verbot des Veranstalters zu Gewalt gegen Schwule aufzurufen, in dem er beim Song „Rastaman don’t apologize to no battybwoy“ das Publikum den Refrain singen ließ. Auf einer Pressekonferenz während des Festivals sagte er zum Thema Schwule: „Gründest du eine Familie, erweist du deiner Mutter Respekt. Gehst du zu anderen Männern, ziehst du ihr Ansehen in den Schmutz.“ und „Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann.“ In einem Interview im Magazin Riddim äußert sich Sizzla wie folgt: „Es ist nun mal Realität: Wenn du keinen Sex mit einer Frau hast, werden keine Babys gezeugt. Damit es also ein für alle mal klar ist, (schreit) pump up her pum pum, don’t run from it! Das ist die Wahrheit, sonst würde es uns nicht geben. (Flüstert) Doch wir tun es hinter verschlossenen Türen, denn dieser Teil der Spiritualität ist eine private Angelegenheit. Ich sage lediglich auf eine amüsante Art, wie es ist und auch bleiben soll.“ Diese Äußerungen lassen darauf schließen, dass bei Sizzla die Selbstverpflichtung des „Reggae Compassionate Act“ nicht zum Respekt gegenüber Homosexuellen beigetragen hat, sondern lediglich aus vermarktungstechnischen Gründen unterzeichnet wurde.

Gegen Homophobie, Rassismus und Sexismus, auch an der Universität Wuppertal!

Offener Brief der Grünen Jugend:

http://wp1152539.wp183.webpack.hosteurope.de/wordpress/?p=249

Quellen:

[1] http://www.queer.de/detail.php?article_id=10967 [2] http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/streit-auftritt-eines-schwulen-hassers-tz-509918.html [3] http://www.stopmurdermusic.ch/

 
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